
Thomas Fleßenkämper zählt zu den vielseitigen Musikerpersönlichkeiten seiner Generation. Als Komponist, Organist und Pianist verbindet er höchste interpretatorische Präzision mit stilistischer Weite und historischer Tiefenschärfe. Aber auch als Domorganist der Holy Trinity Cathedral in Gibraltar entfaltete er seine künstlerische Tätigkeit. Sowie national wie international konzertiert er regelmäßig als Solist und Begleiter in Deutschland, im Großbritannien und in China. Ein zentrales Anliegen seines Wirkens ist darüber hinaus die Weitergabe musikalischer Bildung an die nächste Generation.
Im Jahr 2022 gründete er das auf Komponistinnen ausgerichtete Amy Woodforde-Finden Music Festival in Hampsthwaite, das er seither als künstlerischer Leiter prägt und mit innovativen programmatischen Akzenten bereichert.
Thomas Fleßenkämper ist regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals und wird vielfach als Juror zu Wettbewerben eingeladen, darunter der Irmler-Klavierwettbewerb sowie der Franz-Schubert-Wettbewerb in China. Ergänzend zu seiner Konzerttätigkeit gibt er Meisterkurse und tritt als Dirigent mit Orchestern und Chören in Erscheinung, unter anderem mit dem Beijing Youth Orchestra sowie mit den Friends of the Vienna Boys Choir, dem chinesischen Pendant zu den Wiener Sängerknaben.
Sein Repertoire ist geprägt von einer frühen und bis heute wirksamen Auseinandersetzung mit der russischen Klaviermusik des Fin de Siècle. Komponisten wie Rachmaninow, Skrjabin und Medtner nehmen darin einen besonderen Stellenwert ein. Diese Linie setzt sich über Liszt, Chopin und Hummel fort und findet ihren geistigen Bezugspunkt immer wieder bei Johann Sebastian Bach. Neben dem Klavier nimmt auch die Orgel einen zentralen Platz in seinem künstlerischen Schaffen ein. Regelmäßig bringt er virtuose Werke der Klavier- und Orchesterliteratur in eigenen, stilistisch durchdrungenen Bearbeitungen für Orgel zur Aufführung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf anspruchsvoller Klaviermusik zu vier Händen, die er mit wechselnden Duopartnern interpretiert.
Thomas Fleßenkämper erhielt seine Ausbildung an den Musikhochschulen in Frankfurt am Main und Karlsruhe. Er verkürzte seine Studienzeit erfolgreich und schloss sie vorzeitig mit der Höchstnote ab. Im anschließenden Promotionsstudium widmete er sich eingehend der historischen Klavieraufführungspraxis des 19. Jahrhunderts. Auf seine akademische Laufbahn folgte die Berufung zum Dozenten für Liedbegleitung und Korrepetition am Xinghai Conservatory of Music in Guangzhou. Anschließend übernahm er das Amt des Organisten und Chorleiters an der bekannten Wallfahrtskirche St. Lamberti in Coesfeld.
Sein kompositorisches Werk widmet sich dem mehrsprachigen Kunstlied, Chorwerken in unterschiedlichen Besetzungen sowie der Instrumental- und Kammermusik. Mehrere seiner Chorwerke erschienen auf CD und wurden vom Musikverlag Singende Gemeinde herausgegeben. Darüber hinaus richtet sich sein kompositorisches Interesse immer wieder auf historisch selten gewordene Instrumente, darunter das Cembalo sowie die chromatische Harfe des französischen Herstellers Pleyel. Die außergewöhnlichen klanglichen Möglichkeiten dieses Instruments führten zu einer eigenen Werkreihe für diese besondere Harfenform.
Nach dem Gewinn eines ersten Preises beim Musikwettbewerb Jugend musiziert kam Thomas Fleßenkämper mit der Orgel in Berührung und erschloss sich deren Literatur mit ausgeprägter Neugier und analytischer Tiefe. Außerdem legte er in dieser Zeit das Fundament für das spätere Studium des Gesangs, des Cembalos und des Dirigierens im Nebenfach und schuf damit die Grundlage für sein breit gefächertes künstlerisches Profil.